
21.12.2007: Abschließende Erklärung bezgl. Rapunzel Bio Negro
Nur Bio Negro betroffen, keine weiteren Schokoladen
Die Rapunzel Naturkost AG veröffentlichte heute eine abschließende Erklärung und Ursachenanalyse zur Belastung der Rapunzel-Schokolade »Bio Negro« mit PAK (Benzoapyren).
In der Erklärung entschuldigt sich die Rapunzel Naturkost AG für den Fall und bedauert, dass es trotz selbst für die Biobranche sehr umfangreicher Qualitätskontrollen dazu kommen konnte.
PAK seien bisher nicht regelmäßig im Analysenraster vorgesehen gewesen, da diese Stoffe auch von Fachleuten und Verbänden in Kakao- und Schokoladenprodukten in der Vergangenheit als nicht relevant eingestuft worden seien. Das sei auch der Grund, weshalb der Gesetzgeber bisher keine Grenzwerte dafür festgelegt habe. Der bisherige Fokus der Analysen habe daher bislang auf Stoffen wie Insektiziden, Herbiziden und weiteren bekannten Problemstoffen gelegen. Was diese Werte anbelange, sei die Schokolade »Bio Negro« stets unter der Nachweisgrenze gewesen.
Chronolgie:
- Am 06.08.2007 wurden von der Stiftung Warentest die Muster der am Test beteiligten Schokoladen im Handel eingekauft. Im Oktober wurde Rapunzel hierüber informiert.
- Mit Schreiben vom 11.10.2007 wurde Rapunzel von der Stiftung Warentest über die Analyseergebnisse vorab informiert. Dies sei, so Rapunzel Vorstand Joseph Wilhelm, in Form einer Auflistung der Analysewerte erfolgt. Eine gesonderte Bewertung oder Hinweise auf erhöhte Werte sei zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgt.
- Bei der von Rapunzel von der hauseigenen Qualitätssicherung durchgeführten Analyse wurde der PAK-Wert leider übersehen.
- Am 21.11.2007 berichtete »stern TV« über die Testbeurteilung der Stiftung Warentest. Rapunzel reagierte am 22.11.2007 umgehend mit der Beauftragung umfangreicher Analysen aller Kakao-Rohwaren, Kakao-Halbfertigwaren und aller schokoladenhaltigen Fertigprodukte aus dem Rapunzel-Sortiment.
- Ebenfalls noch am 22.11.2007 erfolgte ein Rückruf der beanstandeten Schokolade »Bio Negro« mit MHD 07/08. Vorsorglich wurde ein Verkaufsstopp für alle Rapunzel-Bitterschokoladen verhängt. Pressemeldungen sowie Fax-Infos an alle Naturkostfachgeschäfte erfolgten. Überprüft wurden Rückruf und Verkaufsstopp von der zuständigen Lebensmittel-Überwachungsbehörde.
- Am 27.11.2007 trafen die ersten Ergebnisse der umfassenden Analysen ein.
- Am 03.12.2007 wurden die vorsorglich in den Verkaufsstopp einbezogenen Artikel wieder zum Verkauf freigegeben, nachdem feststand, dass ausschließ die Bio-Negro-Schokolade betroffen war.
- Am 05.12.2007 erklärt eine Teilnehmerin der SWR-Talkshow »Quergefragt«: »Stellen Sie sich vor, Sie essen diese Tafel Schokolade und fallen tot um...!« Dieser Aussage und der ebenfalls in der Sendung geäußerten Behauptung, Rapunzels Ausführung des Rückrufs und dessen behördliche Kontrolle seien mangelhaft gewesen, widerspricht die Rapunzel Naturkost AG mit einer schriftlichen Stellungnahme. Diese wird auch an die Presse und die Rapunzel-Händler geschickt.
- Am 07.12.2007 werden weitere Rapunzel-Schokoladen zum Verkauf freigegeben, die zuvor vorsorglich in den Verkaufsstopp einbezogen wurden.
- Am 11.12.2007 liegen die Analysen von ca. 240 Proben vor, die einen umfassenden Überblick über verschiedenste Rohstoffe, Halbfertigwaren und Fertigwaren gewähren. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass es sich um ein sog. »Spot-Problem« handelt, dass also nur die Sorte »Bio Negro« betroffen war. Betroffen waren insgesamt 9.768 Tafeln (977 kg).
- Am 14.12.2007 werden ausnahmslos alle noch vom vorsorglichen Verkaufsstopp betroffenen Bitterschokoladen wieder zum Verkauf freigegeben.
- Am 19.12.2007 sind mehr als 280 Analyseergebnisse fertiggestellt und bei der Rapunzel Naturkost AG eingetroffen. Die Analysen der Kakaobohnen aus Rapunzels beiden Kakao-Ursprungsregionen Bolivien und Dominikanische Republik weisen keine nachweisbaren Spuren von PAK auf. Verursacht wurde das Problem der beanstandeten Bio-Negro-Charge durch den Einsatz von verarbeitetem Kakao aus der Dominikanischen Republik, der aus einer bestimmten Lot-Nummer und dort ausschließlich aus einem Container Kakao stammt. Nach bisherigem Erkenntnisstand war ein Defekt an einer Röstanlage die Ursache für den einmalig erhöhten PAK-Wert.
Konsequenzen, die Rapunzel aus diesem Fall zieht:
Laut Joseph Wilhelm zieht die Rapunzel Naturkost AG folgende Konsequenzen aus dem Fall:
- Nochmalige Erweiterung des Screenings der untersuchten Stoffe
- Nochmals erhöhte Analysenanzahl für alle Rohstoffe, Halbfertigwaren und Fertigprodukte
- Erweiterung des Schulungskonzepts für die Bauern und Kooperativenmitgliedern vor Ort hinsichtlich Entstehung und Vermeidung von PAK bei Trocknung und Röstung von Kakaobohnen
- Bis auf weiteres Direktbezug von Kakaobohnen und Weiterverarbeitung ausschließlich in Deutschland.
- Personelle Konsequenzen in der hauseigenen Rapunzel-Qualitätssicherung
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Foto: naturkost.com
